Fett
Nahrungsfette erfüllen wichtige Funktionen. Sie liefern Energie und sind Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. 70 - 80 g Fett pro Tag sollten wir zu uns nehmen (entsprechend 25 - 30 % der Gesamtenergiezufuhr). Leider verzehren wir aber im Durchschnitt 130 g Fett pro Tag und damit das Doppelte.
Wenn man bedenkt, dass 1 g Fett mit ca. 9 kcal zu Buche schlägt, ist es kein Wunder, dass fast jeder zweite Deutsche mehr oder weniger mit Übergewicht zu tun hat. Der Verbrauch von Streich- und Kochfett lässt sich relativ leicht steuern, indem man einfach weniger Fett verwendet. Deutlich schwieriger ist es, die Fettmenge in Lebensmitteln abzuschätzen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar ist.
Fett ist nicht gleich Fett
Das ein übermäßiger Fettverzehr zu Übergewicht führt ist bekannt. Vielen ist aber nicht bewusst, dass ein Zuviel an Fett auch zu erhöhten Blutfetten führen kann. Weniger Fett aufnehmen ist das eine, das richtige Fett essen ist das andere, denn Fett ist nicht gleich Fett. Die einzelnen Fette unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung durch die Fettsäuren.
| Produkt (100g) | Fettgehalt (in g) |
|---|---|
|
Salami, Plockwurst, Leberwurst, Mettwurst |
45 - 50 g |
|
Fleischwurst |
32 g |
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Fette Käsesorten, Sahne |
27 g |
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Frittierte Kartoffelerzeugnisse wie Chips |
40 g |
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Nüsse |
50 g |
|
Schokolade und Pralinen |
32 g |
Es gibt "ungesättigte Fettsäuren" und "mehrfach ungesättigte Fettsäuren". Gesättigte Fettsäuren finden sich in unserer Nahrung in mehr als ausreichender Menge. Schwieriger wird es bei den einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die gesättigten und die einfach ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst bilden. Außerdem nehmen wir große Mengen an gesättigten Fettsäuren mit der Nahrung auf. Die meisten der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure, Linolensäure) kann der Körper jedoch nicht selbst bilden, d. h. sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Weil sie lebensnotwendig sind und für die Bildung bestimmter Hormone und den Aufbau der Zellwände benötigt werden, bezeichnet man diese Fettsäuren auch als essentiell. Leider enthalten nur wenige Lebensmittel ausreichende Mengen an essentiellen Fettsäuren. Dazu gehören naturbelassene, kaltgepresste Pflanzenöle, wie Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl und ungehärtete hochwertige Pflanzenmargarinen.
Grundsätzlich können Sie sich merken: je mehr gesättigte Fettsäuren ein Fett hat, desto fester und streichfähiger ist es im kalten Zustand, und je mehr ungesättigte Fettsäuren ein Fett hat, desto flüssiger ist es.
Bei den tierischen Fetten dominieren die gesättigten Fettsäuren, bei den pflanzlichen die ernährungsphysiologisch wertvollen ungesättigten Fettsäuren. Ausnahme: Kokosfett, das überwiegend aus gesättigten Fettsäuren besteht.
Auch bei Ölen gibt es UnterschiedeDer Gehalt bei Ölen an hochwertigen Fettsäuren und Vitaminen ist nicht nur abhängig vom Ausgangsprodukt, sondern auch von der Gewinnung. Je schonender bei der Verarbeitung vorgegangen wird, desto reicher ist das Fett an ungesättigten Fettsäuren, natürlichen Vitaminen und Aromastoffen. Bei der Kaltpressung bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten. Kaltgepresstes Öl eignet sich daher ganz besonders für die Zubereitung aller kalten Speisen wie zum Beispiel Salat. Zum Braten sollten Sie jedoch kein kaltgepresstes Öl verwenden, denn beim Erhitzen gehen die Inhaltsstoffe zum größten Teil verloren, und ein kaltgepresstes Öl wird nicht heiß genug. Es können sich bei großer Hitze sogar giftige Dämpfe bilden, die gesundheitsschädlich sind. Verwenden Sie zum Braten ein raffiniertes Öl.
Frittierfette sind übrigens nicht so günstig, denn sie bestehen aus gesättigten Fettsäuren und enthalten kaum noch wertvolle Nährstoffe. Zudem bilden sich bei der industriellen Verarbeitung (Härtungsprozess) Trans-Fettsäuren, die für den Menschen ungünstig sind.
Tierische Fette enthalten als weiteren Begleitstoff CholesterinCholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die nur bei Tieren und Menschen vorkommt. Pflanzen enthalten kein Cholesterin. Im Körper dient Cholesterin als Baustein der Zellwände und als Grundgerüst für verschiedene Hormone und die Gallenflüssigkeit. Das Cholesterin wird jedoch nicht nur mit der Nahrung zugeführt, sondern auch vom Körper selbst gebildet, denn es ist unentbehrlich für verschiedene Stoffwechselprozesse. Ein Zuviel kann sich jedoch auch negativ auswirken.
Reduzieren Sie also den Verzehr von Streichfetten, und bevorzugen Sie hochwertige Pflanzenfette. Achten Sie auch auf fettarme Zubereitungsmethoden. Verglichen mit Eiweiß, Kohlenhydraten und Alkohol hat Fett die meisten Kalorien.



